Sonntag, 12. Februar 2017

Frühlingsskitour auf den Tegelberg

Nach dem letzten sehr gemütlichen Wochenende in Aulendorf  war es heute höchste Zeit für eine sonnige Skitour. Spätaufsteherkompatibel führte uns die staufreie Strasse wieder Richtung Füssen nach Schwangau zur Talstation der Tegelbergbahn (Parkplatz €4). Bei wenig Schnee starten wir zunächst entlang der Piste bis eine kleine Forststrasse nach links abzweigt und nach etlichen Serpentienen einen schönen Blick auf Neuschwanstein bietet.


Weiter oben geht der Wanderweg durch den Bergwald und dort müssen wir kurz die Ski abschnallen und 50m tragen. Ansonsten geht es gerade noch so über die oft nur millimeter dicke Schnee- und Eisschicht, immer steil hoch zur Rohrkopfhütte. Dort trifft die Skiroute kurz auf die Skipiste bevor es etwas links davon in weiteren Serpentinen entspannt weiter nach oben geht. Von hier haben wir schöne Blicke hinunter ins Lechtal.


Beim Grüble treffen wir wieder auf die Skipiste der wir dann ziemlich anstrengend steil bis zum Tegelberghaus folgen. Nach Weissbier und Currywurst geniessen wir noch kurz das Panorama bevor es über die teilweise recht vereiste Piste flott ins Tal geht.

Gross und mächtig, - der Säuling.
Kurz nach 14:00 sind wir wieder am Parkplatz, und keine anderthalb Stunden später sitzen wir gemütlich daheim bei Kaffee und Dark Chocolate Brownies 😊 Ein schöner Tag.

PS: alle Bilder der Tour sind hier bei Google Photos.



Montag, 30. Januar 2017

Beim Teufel und fast beim Engel - auf Skitour in den Ammergauern und Lechtalern


Lange hat der Winter auf sich warten lassen, aber nun liegt knapp ausreichend stabiler Schnee für ein Skitourenwochenende in den bayerischen und Tiroler Alpen. Das BMW Hotel Ammerwald bietet sich mit einigermassen fairen Preisen in den Ammergauern als Stüzpunkt an, und auch die Anfahrt von München via Kochel verspricht stau- und stressfrei zu werden.

So fahren wir gemütlich am Samstag um 9 Uhr morgens los Richtung Süden nach Unterammergau zur Tour auf den Teufelstättkopf. Wir parken am Ausgangspunkt der Pürschling Rodelstrecke (3€/Tag), und folgen der Forststrasse bis zur Abzweigung Richtung Kühalm auf ca 1150m. Durch lichten Wald verläuft die Spur in angenehmer Steigung zur Alm wo wir eine kurze Müsliriegelrast einlegen.



Von dort wendet sich der Weg nach Süden und folgt dem zunehmend schärfer werdenden Grat Richtung Teufelstättkopf. Während im Wald unzählige Spitzkehren die Technik fordern, so sind es weiter oben die Latschen die das Vorankommen mühsam machen.


Es hat dieses Jahr noch nicht sehr viel Schnee, deshalb müssen wir schon vor dem Skidepot abfellen und die Ski tragen. Der letzte Aufschwung zum Gipfel ist seilversichert und gut ausgetreten und somit völlig unproblematisch.


Von dort oben geniessen wir das tolle Panorama bei fast schon frühlingshaften Föhntemperaturen. Im Osten reicht der Blick über das Rofan bis zum Karwendel.


Nach einer steilen, schattigen und unspektakulären Abfahrt in den Kurztalgraben sind wir bald wieder um Auto, und in weniger als einer dreiviertel Stunde im gemütlichen Hotelzimmer unter der warmen Dusche. Das Abendessen (Wilderer-Topf!) ist mehr als ausreichend und kompensiert locker alle verbrannten Kalorien der Tour.

Der zweite Tag beginnt zunächst gemütlich, bevor uns die Hotelrichtlinien den checkout bis 10 Uhr nahelegen. Ufff. Knapp schaffen wir das Limit nach einem gar nicht zu ausführlichen Frühstück, und fahren weiter nach Namlos in den Lechtaler Alpen. Dort verspricht die einfache Tour auf die Engelspitze bestes Skigelände. Den Start vermasseln wir allerdings ordentlich, da ich das Auto bei der Parplatzsuche im tiefen Schnee versenke und wir fast 45 Minuten zum Freischaufeln benötigen. Fazit: kaufe keinen Allrad ohne Differnzialsperre und viel Bodenfreiheit.


Vom Parkplatz verläuft der Weg über tiefgefrostete Wiesen mit riesigen Schneekristallen zum Engelbach.


Anschliessend beginnt der unangenehmste Teil der Tour: der Anstieg durch einen steilen Bergwald. Selbst mittags ist es noch hart gefroren und uns begegnen andere Skitourengeher, die hier lieber entnervt runterlaufen als fahren. Weiter oben öffnet sich der Wald, auch wird der Grat etwas flacher. Nur etliche windgepresste Stellen bieten wenig Halt für Fell und Kanten, sodass der Aufstieg stellenweise etwas verkrampft ist.


Mit all dem Spätaufstehen, Frühstücken, und Auto ausgraben ist es schon reichlich spät als wir endlich um 3 am Skidepot ankommen. Der Bergführer der gerade vom Gipfel runterkommt redet mehr als sarkastisch von einer Traumabfahrt, sodass wir uns die Engelspitze schenken, und lieber die verbleibenden Stunden bis Sonnenuntergang ins "Skifahren" investieren.

Engelspitze: so nah und für uns heute leider unerreichbar.
Die Abfahrt ist dank des inzwischen etwas aufgefirnten Schnees nicht ganz so übel wie befürchtet, aber dennoch erreichen wir erst zwei Stunden später den Parkplatz. Auf den letzten Metern hatte es dann an besonders schattigen Stellen noch ganz herrlichen  Pulver zum schön locker Schwingen 😊

Wie so oft war die Heimfahrt via Füssen, Schongau und Landsberg staufrei und zügig, und zuhause haben wunderbare Penne al Arrabiata für den doch letzendlich recht hungrigen und manchmal nervenüberstrapazierenden Tag etwas versöhnt.


(alle Fotos gibt es wie immer ab hier)



Samstag, 7. Januar 2017

Winterwanderung auf's frostige Rauheck

Um den Staus auf der Autobahn und an den Skiliften zu entgehen brechen wir zu einer Winterwanderung von Ohlstadt auf's Rauheck auf. In den letzten Tagen hat es gut 30cm geschneit, und es ist mit unter -10° Tageshöchsttemperatur fast schon arktisch (man könnte auch sagen: winterlich) kalt. So ist der Schnee locker und ermöglicht auch ohne Tourenski oder Schneeschuhe ein nicht allzu ermüdendes Vorankommen. Zunächst geht's recht schattig den Bergwald hoch zur Wankhütte.


Dort folgen wir weiter der Schneeschuhspur steil hoch nach Norden, um dann am endlos langen Grat des Rauhecks nach Osten abzubiegen. Es ist bitter kalt und so müssen wir ab und zu die Finger- zu Fausthandschuhen umfunktionieren damit die Fingerspitzen wieder warm werden. Kurz vor dem Gipfel kommt dann endlich die Sonne hinter den Wolken hervor und spendet ein wenig Wärme.


Die Gipfelrast mit dem schönen Panorama vom Staffelsee bis zum Kochelsee ist kurz: ein kleiner Müsliriegel und heissen Minztee dazu, dann ein Blick ins Gipfelbuch, und ein paar schnelle Fotos. Es ist einfach zu kalt zum Hinsetzen und Geniessen.


Doch vor dem Abstieg kommt ein weiterer Aufstieg Richtung Heimgarten da der direkte Weg ins Tal nicht gespurt und auch nicht einfach zu finden ist. So geht's nochmal eine gute Weile am Grat entlang runter und wieder hoch, bis Am Feichtl eine gute ausgetreten Spur steil bergab zur Bärenfleckhütte führt. Zum Glück scheint noch eine Weile die Sonne und der Bergwald zeigt sich in voller Schneepracht.


Bald verschwindet die Sonne und die Kaltwasserlaine macht ihrem Namen alle Ehre. Wenigstens werden beim schnellen Abstieg durch den weichen Schnee die Zehen wieder warm. Doch die Wanderung zieht sich, zwar offiziell nur 950 Höhenmeter, aber das Schneestapfen hat doch etwas an der Kondition gezehrt. So geht nach sechs Stunden Wandern schon die Sonne unter als wir Ohlstadt erreichen.


In einer Stunde sind wir über die freie A95 flott zuhause, und eine halbe Stunde später kompensiert ein Berg Spaghetti mit frischer Tomatensauce und Parmesan die Entbehrungen des Tages 😊

(mehr Bilder gibt's ab hier auf Google Photos)

Montag, 2. Januar 2017

Neujahrsspaziergang, ohne Pudel und Mütze

Nach einem entspannten Silvesterabend im Stuttgarter Opernhaus mit dem Ballett über den heldenhaften Ritter Don Quijote de la Mancha ging's am Neujahrstag bei angenehmen Frühlingstemperaturen auf einen eher unaufgeregten Spaziergang ins nahegelegene Heckengäu.


Gestartet sind wir zu der zweistündigen Runde am Bahnhof in Althengstett. Von dort geht es auf kinderwagenkompatiblen Wegen den Hügel hoch ins Naturschutzgebiet Würm-Heckengäu. Von dort nach Südwesten zur Vorderen Hütte.


Den südlichsten Punkt der Wanderung erreichen wir im Gaibengrund, wo man die Kälte der klaren Winternacht noch deutlich fühlen kann.


Ich wünsche Euch ein gutes 2017 mit viel Lust auf neue Entdeckungen, ob in den heimischen Bergen oder in der weiten Welt, aber immer mit Neugierde und einem offenen Herzen.

(mehr Bilder gibt es auf Google Photos)

Sonntag, 18. Dezember 2016

Adventswanderung über den Schellschlicht

Der letzte Monat war nicht uninteressant, - eine Woche in der Umgebung von Washington und ein langes Wochenende in London. Doch so langsam wird es höchste Zeit für die Berge, und was gibt es in diesem (noch) schneefreien Winter naheliegenderes als eine südseitige Wanderung in den Ammergauer Alpen zu unternehmen. So sind wir am frühen Morgen des vierten Advents über Garmisch nach Griesen gefahren um von dort über die schön gelegene Schell-Alm auf den Schellschlicht zu steigen.


Kurz oberhalb der Alm beginnt der lange Grat auf den 2052m hohen Gipfel. Trotz etwas Schnee halten sich die Schwierigkeiten arg in Grenzen, einzig die gut 1250m Aufstieg kosten Zeit und Kraft.


Vom Gipfel hat man eine herrliche Sicht hinüber nach Süden zur Zugspitze und Eibsee, und nach Westen in die Lechtaler Alpen und den Plansee (mit Tauern).


Doch die Gipfelrast ist eher kurz, zu frisch der Wind, und trotz des warmen Tees aus der Thermosflasche wird es zunehmend ungemütlich kalt. So machen wir uns auf den langen Abstieg über die steile Südflanke.


Der Weg zieht sich: unzählige Kehren und etliche Gegenanstiege fordern die Oberschenkel, die noch ein paar Tage einen ordentlichen Kater haben werden. Kurz vor Dämmerung sind wir dann endlich am Auto, und dank des eher suboptimalen Wetters hat es relativ wenig Verkehr, und so sind wir schon um halb sechs abends wieder zuhause zur wärmenden marokkanischen Küche mit Couscous, Huhn und Zukkini.

(mehr Photos)

  

Mittwoch, 2. November 2016

Auf's wilde Stadelhorn

Zum Wandersaisonabschluss (?) sollte es noch was besonderes sein. Es liegt schon ordentlich Neuschnee in den Alpen, also kommt der begehrte Watzmann eher nicht in Frage, schade, denn die Frau hatten wir ja schon 2013 bestiegen. Aber anspruchsvoll sollte die Tour heute schon sein, zwar nicht hoch hinaus, und in den Berchtesgadener Alpen, und vielleicht mit einem kleinen Blick auf den eigentlichen Wunschgipfel.

Der Aufstieg zum Stadelhorn (2286m) von Obermayrberg (895m) bei Lofer geht zunächst über längliche Forststrassen bis zur Jagdhütte (1380m). Dort legen wir die erste Rast ein und geniessen die warme Herbstsonne.


Ziemlich schattig zieht von dort der Pfad nach oben, immer in oder gleich neben einem steilen Bach. Am Hochgscheidsattel (1750m) geht's endlich wieder in die Sonne und es zeigt sich ein erster Panoramablick in den Süden auf den Alpenhauptkamm.


Nun wendet sich der Weg nach links und zieht unter den Wänden des Stadelhorns hinauf zur Mayrbergscharte. Dieser Teil ist als Klettersteig ausgebaut, mit Drahtseil und ein paar wenigen Stahlgriffen und -tritten. Nicht wirklich schwierig, sodass wir uns zumeist ohne künstliche Kletterhilfen schön frei im griffigen Fels bewegen können. Das einzige mögliche Problem ist die Steinschlaggefahr in der Schotterrinne, doch sind heute zum Glück nur eine Handvoll Wanderer unterwegs.


In der Scharte zeigen sich schon erste Schneefelder die hier im Nordhang auch hart vereist sind. Steil geht's weiter nach Süden auf's Stadelhorn und bald sorgen steile und eisige Querungen für ordentlich Nervenkitzel. Der Gipfel belohnt mit genialer Rundumsicht, sogar der Watzmann guckt hinter dem Hochkalter raus.



Nachdem weiter unten Eva wartet gibt es heute keine Gipfelrast, nur ein paar Fotos, und dann steigen wir schnell wieder ab zur Scharte, wo wir dann ein spätes Mittagsvesper gemeinsam geniessen. Hier noch ein Bild auf unseren Nachbargipfel, das Wagendrischlhorn:


Langsam wird die Tour ein Rennen gegen die Zeit, wir sind spät gestartet angesichts der 2,5 Stunden Anfahrt und 1400 Höhenmeter. So steigen wir flott durch den Klettersteig ab um hoffentlich die Jagdhütte noch vor Anbruch der Dunkelheit zu erreichen. Von dort wird uns die Forststrasse unproblematisch zum Parkplatz führen.


Kurz nach dem Hochgscheidsattel verschwindet die Sonne langsam mit herrlichen Farben im Bergwald. Was für ein herrlicher Herbst ist das dieses Jahr!


Das eigentlich ziemlich langweilige Pflichtprogramm auf der Forststrasse wird heute mit einer unglaublich romantischen Abendstimmung relativiert. Der Himmel zeigt nach Sonnenuntergang zunehmend heftige Rot- und Orangetöne, bis dann kurz vor dem Obermayrberg-Gasthaus die Schwärze der Nacht gewinnt.


 (mehr Bilder der Tour bei Google Photos)

Montag, 31. Oktober 2016

Vorkarwendeltrilogie: Rappenklammspitze, Hochalpkopf und Ronberg

Heute fahren wir ins Karwendel, um dort eher unbekannte Berge zu besteigen. Ausserdem haben wir noch die schwache Hoffnung auf herbstbunte Ahornbäume, trotz Wind und Regen in den letzten Tagen. Von Hinterriss laufen wir auf einer Forststrasse zur Rontalalm und zweigen von dort nach rechts ab zur Rappenklammspitze. Die meisten Mitwanderer zieht es nach links zum Torkopf, doch den kennen wir schon.

An der Rontalalm liegt die Herbstfärbung schon am Boden
Nach Westen folgen wir dem Wanderweg durch lockeren Bergwald zunehmend steiler zur Rappenklammspitze. Diese ist berüchtigt für brüchiges, kleinschottriges Absturzgelände, und so sind wir nicht überrascht beim Aufstieg über ein paar heikle Stellen eher unentspannt hinwegzuwegkrampfen. Unter uns zeigen sich die weiteren zwei Gipfel der Tour, der grasige Hochalpkopf und der waldige Ronberg.


Das tolle 270° Gipfelpanorama wird nur nach Westen von den wilden Karwendelwänden begrenzt und ist somit den "Kletter"stress wert. Auch sind wir alleine hier oben, was im Karwendel eher selten vorkommt.


Nach einer ausführlichen Brotzeit geht's wieder mehr als verkrampft nach unten und der rutschige, abschüssige Untergrund mit viel Luft unter den Füssen sorgt für rechtes Herzklopfen. Doch alles geht gut und so können wir schnell zum nächsten Gipfel eilen, dem Hochalpkopf.

Kurz vor dem breiten Gipfel des Hochalpkopfs mit Blick auf die Rappenklammspitze
Auf den Hochalpkopf gibt es keinen offiziellen (markierten) Wanderweg und der Weiterweg zum Ronberg ist erst recht eine gute Pfadfinderübung. Auf Kuhspuren mogeln wir uns durch die Latschen und so sind wir dann eine halbe Stunde später auf unserem dritten Gipfel. Von dort hat man ein tolle Sicht ins Risstal und auf Bergwaldhänge mit herrlich gelben Herbstlärchen.


Ausser uns sind dort oben nur ein Rudel Gämsen. Nach einer weiteren ausführlichen Rast steigen wir weglos zur Rohnbergalm ab und von dort relativ nervig unendlich lang über Forststrassen via Vordersbachau nach Hinterriss. Insgesamt war dann am Ende die Runde stolze 17km lang.

Länglich zurück nach Hinterriss auf Forststrassen im Schatten des Karwendels

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