Dienstag, 6. September 2016

Island II: die Mitte

Die F208 führt uns von der Ringstrasse durch einen Traum von grün-schwarzer Landschaft nach Landmannalaugar. Fahrtechnisch nie wirklich schwierig, doch sollte es wegen der steinigen Wasserdurchfahrten schon ein kleines SUV sein. Mit meinem Saab wollte ich die Strecke jedenfalls nicht machen.


Landmannalaugar ist ein Fest der Farben selbst bei bedecktem Himmel. Die Eintrittkarte ist eine sehr tiefe Furt, gute 50cm, in der das Wasser bis zur Frontscheibe des tapferen Jimnys steigt. Und dann ist der Campingplatz auf der Schotterebene nicht unbedingt lauschig, kein Busch, kein Mäuerchen als strukturierendes Element, eine lose Ansammlung von Zelten als Trabantenstadt, wo morgens die Einwohner in die Natur fliehen, und abends nur zum Schlafen zurückkommen.


Wir wandern noch am Abend auf den Blánukkur, einem imposanten Aussichtsberg mit faszinierenden Panoramen auf die kunterbunte Rhyolith-Landschaft, mit Schneefeldern und grünfluoreszierenden Moosen. Die Wanderung dauert insgesamt drei Stunden und jede Minute ist ein Erlebnis.


Am nächsten Morgen hängen die Wolken immer noch sehr tief, und auch der Campingplatz vermittelt wenig Gemütlichkeit, so zieht es uns weiter ins einsame Landesinnere. Nach einem Tank- und Burger-Stopp im Hrauneyjar Guesthouse fahren wir nach Norden auf der Sprengisandleit in die Öde und Leere.


Selbst die Hauptstrasse bis Nyidalur ist schon recht holprig, - wie wird es wohl erst anschliessend nach Askja? In Nyidalur schlagen wir unser Zelt auf, und da es bitter kalt ist, nehmen wir gerne das Angebot der Hüttenwirtin an, in der ziemlich gut geheizten Hütte zu kochen und zu essen. Nachts friere ich wie ein Schlosshund in meinem dünnen Sommerschlafsack (- hallo! Sommer in Island? Im Hochland? ein Missverständnis!). Unsere Campingnachbarn berichten am Morgen von gemessenen -6° in der Nacht. Doch mit einem warmen Espresso im Bauch und der Sonne am Himmel geht es guter Dinge ins Abenteuer der F910 nach Askja.

Anfänglich ist die Piste überraschend gut und so kommen wir flott voran. Doch bald versperren grosse Lavaströme den Weg und wir holpern im Schritttempo über den Fels oder kopfgrosse Steine. Ab und zu geht's noch durch einen Bach, wo man dann schon ganz genau schauen muss, wo der Weg anschliessend weitergeht.



Der Jimny ist das ideale Auto hier, klein und wendig, mit kurzen Überhängen für die knackigen Bachein- und ausfahrten, und mit viel Bauchfreiheit zum Überfahren auch grösserer Felsen. Einziger Schwachpunkt ist die beschränkte Reichweite wegen dem kleinen Tank und der geringen Zuladung, aber wir haben ja den Reservekanister dabei und so sollte es reichen.

Nach dem Mittagessen verschwindet die Sonne, und Regen und trübes Grau wechseln sich ab. Kurz vor Askja geht die Fahrt durch tiefen Sand, wo bei hoher Geschwindigkeit das ESP lustig blinkt, die per ESP automatisch gebremsten Räder heftig knarren, und die Karre sich ständig im Kreis drehen will. Alles nicht wirklich ein Problem, und so erreichen wir nach 8 Stunden Fahrzeit (=140km) den Campingplatz von Dreki.


Dort schüttet es aus Kübeln mit heftigem Wind, sodass wir die 50m zwischen Zeltplatz und Hütte lieber fahren. In der Hütte lässt es sich gut aushalten: kochen, lesen, und etwas mit den anderen Reisenden smalltalken. Zurück im Zelt stellen wir fest, dass seine 15 Lebensjahre nicht an ihm spurlos vorbei gegangen sind, und seine Inkontinenz uns eine ordentliche Pfütze neben den Isomatten beschert hat. Egal, - auf den Matten ist es ja trocken. Wie auf den Halligen in der Nordsee.

Am nächsten Morgen packen wir die Badesachen ein und machen uns auf den Weg zum Viti-Kratersee. Dieser ist zwar nur lauwarm, so 22°, aber das Baden dort im Hochland schon etwas ganz besonderes. Dank des schlechten Wetters sind wir alleine unterwegs, und auch der ganze Schlamm beim Abstieg zum See hält uns nicht auf.


Nach ein paar Schwimmrunden in der schwefeligen Brühe versuchen wir uns im Regen irgendwie abzutrocknen und in Anstand ohne viel Schlammberührung anzuziehen. Dannach fahren wir zurück zum Campingplatz wo wir in einer Regenpause das Zelt zusammenpacken und Richtung Herdubreid weiterziehen.


Leider ist auch hier das Wetter nicht wirklich gut und der Campingplatz ein besserer Sumpf. Und leider ist die Hütte geschlossen, sodass die Weicheieroption mit einem gemütlichen Hüttenabend ins Wasser gefallen wäre. So fahren wir weiter, wohl wissend dass die Furt durch die Lindaa die Grenzen unseres kleinen Autos testet. Tatsächlich ist der Fluss gut voll und so warten wir eine Weile auf ein anderes Fahrzeug, das uns als Pegelmesser dienen kann. Der Suzuki hat 40cm Wattiefe, und ab 60cm schwimmt er. Der entgegenkommende Dacia ist geschätzt 50cm tief drin, also, Motor an und durch. Knapp ist es, der Wagen ackert im Untersetzungsmodus ordentlich durchs Kiesbett entgegen der starken Strömung, aber wir schaffen es!


Nach dieser Hürde geht die Fahrt ziemlich flott nach Norden zum Campingplatz in Grimsstadir. Über weite Strecken fliegen wir mit 80km/h über die Wellblechpiste, und auch die grösseren Pfützen sind eher Spass als Hinderniss. So sind wir mehr als pünktlich zum üppigen 3 Gänge Abendessen im Grimstunga Guesthouse.



(mehr Bilder zu diesem Teil der Reise gibt es auf Google Photos)



Freitag, 2. September 2016

Island I: der Süden

Nach 15 Jahren landen wir wieder auf Island. Es regnet immer noch, und es ist kalt. Doch dieses Mal sind wir statt mit dem Bus mit dem Mietwagen unterwegs, einem zappeligen aber auch sympathischen Suzuki Jimny, und können selbstgesteuert dorthin fahren wo wir wollen. Das Zelt ist noch dasselbe wie seinerzeit und die Wasserdichtigkeit zweifelhaft. Nachdem die Wettervorhersage erwartungsgemäss schlecht ist quartieren wir uns für die erste Nacht ins Geohotel Grindavik ein, was eine sehr gute Wahl ist. Auf der Fahrt vom Flughafen nach Grindavik kommen wir an der "Brücke zwischen den Kontinenten" vorbei, wo man problemlos den gar nicht so tiefen Graben zwischen Europa und Amerika in 10 Sekunden überqueren kann.


Am nächsten Tag grüsst uns die Sonne und so starten wir gut gelaunt unser zweiwöchiges Island-Abenteuer. Nach einem kurzen Stopp beim Thermalgebiet von Krysuvik mit vielen blubbernden Schlammquellen fahren wir nach Selfoss zum Einkaufen:
  1. einen 10l Reservekanister um genügend Benzin für die Hochlanddurchquerung mit nehmen zu können,
  2. Verschiedene Lebensmittel zum Überleben in der Wildnis, - Espresso, Müsli, Skyr, und Fertiggerichte,
  3. Campinggas für den Kocher.
  4. Küchenpapier um verschiedene Sauereien aufzuwischen.
Natürlich haben wir soviel wie möglich aus Deutschland mitgenommen: Müsliriegel, Schokolade, Haribos, und eine Flasche besten Single Malt Whisky. Die airberlin Gepäckgrenze von 23kg pro Person (plus 8kg Handgepäck plus 2kg "Handtasche") haben wir so ziemlich exakt ausgereizt.



Nach einem ziemlich guten Mittagessen im Tryggvaskala fahren wir weiter zum weltberühmten Skogafoss, der ganze Busladungen von Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Trotzdem finden sich ruhige Minuten wo uns der tosende Wasserfall mit dem wunderbaren Regenbogen fast alleine gehört.


Leider haben wir nicht viel Zeit - ein Problem der gesamten Reise - und so eilen wir schon bald weiter zum nächsten Highlight, - dem Leuchtturm von Dyrholaey. Dieser steht malerisch über den Felsentoren und dem schwarzen Lavastrand. Leider sind Ende August keine Vögel mehr am Brüten in den Felsen, und so sehen wir keinen einzigen Papageitaucher. Wer an Vögeln interessiert ist muss Ende Mai, Anfang Juni kommen, doch dann sind die Hochlandpisten noch gesperrt. Your choice!


Zum Campingplatz in Thakgil führt eine 14km Schotterstrasse, die einen ersten "offroad" Test für unseren Jimny darstellt. Der schwänzelt zwar bei hoher Geschwinduigkeit auf dem Wellblech, bleibt aber dank EPS auf der Piste. Etwas ungewohnt ist das instabile Fahrverhalten schon, aber man gewöhnt sich daran, und auch sonst hat uns das Auto keine Problem gemacht


Die Nacht ist bitter kalt. Und ich bereue dass ich nicht den fetten Himalaya-Daunen-Schlafsack sondern die superleichte Sommervariante mit Komforttemperatur von +8° mitgenommen habe. Irgendwie sammelt sich die kalte Gletscherluft im Talkessel von Thakgil und so dürften die Nachttemperaturen nur ganz knapp über dem Gefierpunkt gelegen haben. Am nächsten Morgen grüsst leider nicht die Sonne, sondern tiefhängende Wolken kündigen baldigen Regen an. So packen wir schnell zusammen, frühstücken, und wandern bald los auf der gelben Route hinein in die Berge. Wie erwartet kommt bald der Regen der wie erwartet dann auch wieder bald vorbei ist: "If you don´t like the weather, just wait 5 minutes". Naja, - eher 2 Stunden statt 5 Minuten. Aber dann gibt es ganz grosses Kino, mit dem schwärzestem Schwarz, dem grünsten Grün und der wildesten Landschaft die man sich so vorstellen kann. Und man fühlt sich ziemlich klein und verlassen. Auf der ganzen fünfstündigen Wanderung begegnen wir niemanden.


Am späten Nachmittag fahren wir weiter zum Campingplatz Svinafell, um dann am Tag drauf schnell am eigentlichen Ziel unserer Südküstenreise zu sein, dem Jökulsarlon. Die Nacht ist zum Glück nicht ganz so kalt, und so können wir lange der beeindruckenden Polarlicht-Show zuschauen.


Bei mittelprächtigem Wetter geht es weiter zur Gletscherlagune. Wenigstens regnet es nicht. Und der Blick auf die Eisberge ist einmalig, ein "must see" im Leben. Dort treffen wir zwei Faltboot-Paddler aus Norddeutschland die am Ufer ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Sicher nicht der schlechteste Zeltplatz auf dem Planeten!


Aus der Lagune werden kleine "Eisberge" über einen superkurzen Fluss ins nahe Meer geschwemmt, wo sie dann im Mündungsbereich am schwarzen Lavasteinstrand wieder angeschwemmt werden. Als blank polierte Wassereis-Skulpturen. Diese sind ziemlich vergänglich, so ist dieses schöne Kunstwerk vor unseren Augen auseinander gebrochen.


Nach diesem Höhepunkt geht es weiter zum nächsten, - den Laki Vulkanen. Nach 50km auf ziemlich holpriger Schotterstrasse und durch ein paar kleiner Flüsse erreichen wir die Vulkankette, die 1783/84 die Erde nachhaltig verändert hat: 6 Millionen Tote, Französiche Revolution, Eis im Golf von Mexiko. Schlichtweg unglaublich. Heute ist die Landschaft nur spektakulär, und vom Gipfel des Laki zeigt sich dieses Panorama:



Vom langen Tag visuell übersättigt übernachten wir in Blagil wo wir heute die einzigen sind, die ihr Zelt aufschlagen. Wieder ist es sehr kalt, aber dafür auch ruhig, bis uns um 5 Uhr morgens vorbeiziehende blökende Schafe aus den Träumen reissen. Heute geht es dann nach Landmannalaugar ins Hochland, - ein Traumziel ist nahe.

(mehr Bilder gibt es auf Google Photos)

Dienstag, 23. August 2016

Steinböcke im Nebel der Seeberg- und Seekarspitze

Die heutige Wanderung beginnt gemütlich mit einer Schifffahrt auf dem Achensee von Scholastika nach Pertisau. Morgens um 9:55 geht das erste Schiff, und für stolze 10.40 Euro pro Nase kann man sich den länglichen Gaisalmsteig entlang schippern lassen.


Nach zwei Stopps in Achenseekirch und Gaisalm läuft unsere MS Stadt Innsbruck nahezu geräuschlos um halb elf in Pertisau ein. Von dort geht es steil den Bergwald Richtung Seebergspitze hoch, bis sich auf ca 1500m ein schöner Blick ins Falzthurntal auftut. Links der Dristenkopf und rechts in den Wolken irgendwo das Sonnjoch, wo wir vor drei Jahren einen Frühwintereinbruch mit ziemlich beschränkter Sicht erleben durften (Septemberschneewanderung zum Sonnjoch).


Kurz unter der Wolkenuntergrenze grüssen uns die ersten, nahezu handzahmen Steinböcke des Tages. Ob es am schlechten Wetter liegt, dass die Tiere so zutraulich sind? Ausser uns ist so gut wie niemand unterwegs, und im Aufstieg von Süden sind wir definitiv die Ersten.


Um eins sind war dann am Gipfel mit leichtem Nieselregen, und keinerlei Aussicht. Es ist feucht und kalt und so laufen wir nach einem schnellen Müsliriegel im Stehen bald weiter. Von der Seebergspitze geht es steil bergab und die Felsen sind ziemlich glitschig, mit viel Luft unter den Füssen. So ist alles ein wenig krampfig bevor wir den Sattel zur Seekarspitze erreichen.


Von dort geht es lang den Grat entlang mit wenig Höhengewinn, aber schönem Blick zurück zur Seebergspitze. Interessant auch der Nebel an der Leeseite des Grats.


Und am Grat warten wieder Steinböcke auf uns, - eine ganze Familie grast direkt neben dem Weg im saftigen, nassen Grün. Natürlich sind sie etwas schreckhafter als die alten Böcke, aber als fotoscheu darf man sie bei einer Fluchtdistanz von weniger als zehn Meter nicht bezeichnen.


Leider geht während der kurzen (Nach)Mittagspause auf der Seekarspitze der Niesel- in strömenden Regen über. Dazu kommt noch ein frischer Wind und schon wünschen wir uns eine Dauenunterjacke und Handschuhe.


Weit ist der Weg hinunter nach Achenkirch, und je weiter wir uns dem See nähern, umso besser wird das Wetter und auf den letzten Metern vor dem Auto scheint schon fast die Sonne. Manchmal erscheint die Welt als ungerecht, wobei die Steinböcke und die Einsamkeit die Wanderung auch heute ganz speziell gemacht haben.

Montag, 15. August 2016

Ganz oben in den Allgäuer Alpen: der Grosse Krottenkopf

Nachdem der Wetterbericht ein ganz besonders schönes Bergwochenende angekündigt hatte, packten wir am Samstagmorgen unsere Sieben-Campingsachen, und nach leckeren Salbei-Gnocchi mit Zukkini und Schweinefilet ging's satt und hungrig-nach-Bergluft los ins Lechtal. Der Turbo grummelte zufrieden und die schwarze Yacht flog den Bergen entgegen, bis ein roter Blitz uns wieder in die teure Realität zurück brachte. Upps, das war etwas zu flott.. Leider hat aber auch der Verkehr gebremst, und so sind wir dann mit den schweren Rucksäcken erst gegen vier Uhr am Nachmittag in Elbigenalp gestartet.


Zumeist oberhalb des Bernhardsbachs ging's über Almwiesen steil nach oben zur Karalm. Von dort weiter aufsteigend eine Querung zur Krottenkopfscharte. Kurz unterhalb der Scharte hätten wir am liebsten unser Biwak eingerichtet, doch leider gab es nur Kunst und kein Wasser.


So sind wir bis zum Hermannskarsee auf 2200m weitergelaufen. In der Abenddämmerung zieht dort eine Salzlecke eine Steinbockfamilie an, wo sich ein junger Bock dabei malerisch unter den Halbmond stellt.


Wir sind am See nicht alleine, zwei andere Paare hatten sich dort einen Platz unter den 1000 Sternen gesucht. Leider sind die Perseiden schon vorbeigeflogen und so bleiben meine Hoffnungen auf glückserfüllende Sternschnuppen unerfüllt. Doch die Sterne sind auch so ganz nett über dem kalten Nachthimmel.


Am nächsten Morgen kochten wir zum Frühstück einen wärmenden Minztee, dazu gab's je einen Nuss- und einen Fruchtmüsliriegel, und nachdem wir das Zelt abgebaut und etwas versteckt hatten, sind wir zum 90 Minuten Aufstieg auf den Grossen Krottenkopf gestartet. Der Himmel tiefblau, mit ein paar neckischen Sommerwolken, und die Sonne heizte uns zunehmend mächtig ein. Um zehn waren wir dann auf dem höchsten Punkt der Allgäuer Alpen, auf 2656m.


So früh am Tag ist dort noch nicht viel los und so waren wir die einzigen am Gipfel mit dem unglaublichen Rundumpanorama. Nett auch der Blick hinunter zum Übernachtungsplatz am Hermannskarsee und in die Runde zu etlichen bekannten Gipfeln des letzten Jahres wie dem Hohen Riffler (letztes Jahr), dem Rietzer Grieskogel (letzte Woche ;) und dem Mehlsack (Skitour im Frühling).


Beim Abstieg umrunden wir das Hermannskar und wandern in ständigem auf und ab zur Hermann-von-Barth Hütte. Stolze 2000 Höhenmeter sind es so ins Tal, und zum Glück (1) ist die Landschaft grossartig und (2) bietet die Hütte einen ordentlichen Hüttenwurstteller mit Kraut und Knödel und Radlermass, und einem Abschieds/stiegsschnapps.


So gestärkt sind die restlichen 1100 Höhenmeter Abstieg bis zum Parkplatz nicht ganz so grausam wie gedacht, doch der Talboden nähert sich in quälender Langsamkeit sodass die Einkehr in der Kasermandl Alm mit einem Eis und Weissbier ein "must-have" ist. Nach einer halben Stunde kommt dann bald die Kirche von Elbigenalp in Sicht.


Gegen sechs erreichen wir das Auto und fahren unter strikter Beachtung aller Geschwindigkeits- und sonstiger Regulierungen in etwas mehr als zwei Stunden nach Hause. Eine grossartige Tour, die allerdings auch eine robuste Kondition verlangt.

(mehr Bilder gibt es wie immer hier auf Google Photos)

Mittwoch, 10. August 2016

Endlich wieder Winter - Auf den Rietzer Grieskogel im Sellrain

Nach den letzten Augustneuschneefällen waren die wirklich hohen Berge für dieses Wochenende tabu, und so fiel die Wahl auf einen fast-3000er im Sellrain, 170 Autokilometer südlich von München. Auf der Forstenrieder Allee war dank der guten Wetterprognose um halb acht morgens schon recht viel los und so waren die Bedenken gross am Autobahn-Ende bei Eschelohe mal wieder im Stau zu stehen. Also den Turbo ausgepackt und eine halbe Stunde später waren wir ohne Probleme durch das Nadelöhr Partenkirchen. Und nochmal 90min später unterwegs zum Rietzer Grieskogel.

Über nette Almwiesen geht's stetig hoch in die Narrenböden. Das Wetter ist schlechter als erwartet und die Sonne versteckt sich zumeist hinter fetten Wolken. Weiter oben sind wir genau in diesen und die erste Pause wird eher kühl.

Schon bald erreichen wir die Neuschneegrenze und weiter geht es über teilweise recht rutschige Steine zum langen Gipfelgrat. Dort angekommen reisst mal wieder der Himmel auf und wir erhaschen einen ersten Blick auf unser Tagesziel.
In nur einer halben Stunde geht es über einfache kleine ""Kletterstellen"" zum einsamen Gipfel. Die Aussicht ist eher eingeschränkt, aber kleine Wolkenlücken zeigen uns die Sellrainer, Stubaier und Ötztaler Eisriesen. Da schmecken die Cabanossi und der Bergkäs gleich doppelt gut :)

Nach der ausgiebigen Mittagsrast mit der vergeblichen Hoffnung auf ein grösseres Panorama steigen wir wieder ab, der Plan ist eine alternative Route über den Bachwandkopf und Kreuzjochkogel.

Am Bachwandkopf wird dann der Wanderweg zur Pfadspur ohne Markierung und der Weiterweg über den ausgesetzten Grat zum Kreuzjochkogel sehr fraglich. Es gibt Bedenken und so steigen wir durch ziemlich steiles Schrofengelände entlang einer Schafspur ab in die bekannten Narrenböden. Von dort haben wir einen sehr schönen Blick zurück auf "unseren" Gipfel, und schon bald erreichen wir wieder die Aufstiegsroute.

Dort geht es flott entlang und querend etlicher nett plätschender Bäche runter zum Parkplatz wo gegen halb fünf das Cabrio eine sonnige, gemütliche Heimfahrt nach München via Walchensee anbietet. 

Trotz der langen Autofahrt war es ein schöner Tag, das Sellrain ist immer einen Ausflug wert, und bietet viele, teilweise einsame Bergtouren im Winter und im Sommer.

(mehr Bilder gibt es bei Google Photos, - das gute Picasa funktioniert leider nicht mehr, und wird von Google nicht mehr unterstützt, was ziemlich schade ist, und schon fast ein Grund Google den Rücken zu kehren...)

Montag, 1. August 2016

Sonntagsschinderei

Obwohl die Wetteraussichten höchstens mittelprächtig waren sind wir pünktlich um halb acht morgens Richtung Tegernsee losgerauscht. 5 Euro kostet die Mautstrasse zur Valepp wo die Wanderung auf den Schinder an der Johannisbrücke startet. Gleich zu Beginn nerven unzählige Bremsen, nach 10 Minuten kommt strömender Regen dazu. Dann verpassen wir die Abzweigung zum Wanderweg zum Schinderkar und folgen spärlichen Kuhspuren durch ziemlich feuchtes Unterholz. Arghh. Aber egal, nach einer Stunde stehen wir im Kar, und es hört auf zu regnen, und auch den Bremsen wird es langsam zu sauerstoffarm. Das Kar wird steiler und in den Felsen muss man dann sogar ein klein wenig klettern.


Pünktlich um 12 zum Mittagsvesper stehen wir dann auf dem 1808m hohen Österreichischen Schinder. Es gibt Salami und Bauernkäs zum Brot, aber keine Aussicht. Ab und zu lichtet sich die Wolkendecke und wir erhaschen einen Blick auf die unmittelbar benachbarten Berge und Täler.


Die Glockenblumen am Gipfel sind so nass wie wir. Uns wird kalt und so steigen wir bald ab zur Trausnitzalm.


Der Abstieg geht ziemlich nett durch den Wald in vielen Serpentinen, anfangs über Almgelände und dann als Höhenweg in einem recht hübschen Buchenwald.




Nach 5 Stunden waren wir wieder zurück am Auto, fast zeigte sich die Sonne, also Dach auf und die Klamotten im Fahrtwind getrocknet. Ohne Stau und ähnliche Komplikationen waren wir so rechtzeitig zu Nachmittagskaffee und Eis wieder im heimischen Wohnzimmer :) 

(mehr Bilder gibt's hier auf picasa)