Dienstag, 23. Mai 2017

Bike & Hike zur Ahornspitze

Nachdem wir die letzten Wochenenden so oft mit nassen Schuhen durch den Schnee gestampft sind, ist heute ein kleiner, nur 1784m hoher Gipfel in den Ammergauern unser Ziel. Die Ahornspitze ist ideal gelegen für Münchener Spätaufsteher: auch um 10 Uhr ist die A96 noch staufrei, und die B17 hinunter nach Halblech nur von wenigen behüteten Sonntagsfahrern blockiert, die zum Glück selbst mit unserem Laster allesamt schnell überholt sind.

Am Parkplatz der Kenzenhütte packen wir die Mountainbikes aus und gemütlich geht es zunächst das Halblechtal hinauf zur Abzweigung ins Lobental.


Vorbei am Stausee radeln wir bequem bis auf ca. 1200m, wo der Schotterweg eher steil wird und das Herzrasen anfängt. Beim Bike-Depot 150hm später gönnen wir uns einen Müsliriegel bevor die nette Wanderung zum Branderfleck beginnt. Nur wenige, ganz kleine Schneefelder müssen gequert werden, aber dies ist selbst mit unseren Radlschuhen kein Problem.


Vom Pass wandern wir nach Süden durch etwas grössere Schneefelder unschwierig zum Gipfel der Ahornspitze. Die Gipfelrast mit üppiger Brotzeit geniessen wir mit allerbesten 360° Panorama auf die Ammergauer und Tannheimer Alpen und das Allgäu bei Füssen.

Hoher Straussberg, Säuling und die Tannheimer mit Aggenstein und Breitenberg

Branderschrofen mit Forggensee
So gestärkt ist der 400Hm Abstieg zum Bike Depot eher ein Spaziergang, immer mit bester Aussicht auf die Felszacken von Geiselstein, Gumpenkarspitze und Gabelschrofen.


Mit den Radln rasen wir dann dem Tal entgegen, in nur 20min sind wir am Auto, und von dort in 90min am heimischen Herd beim Paella kochen. Schön war's, und die Schuhe sind heute trocken geblieben 😊



Samstag, 13. Mai 2017

Frühlingsschneewandern zum Geierstein und zur Hörndlwand


Nach langer Bergabstinenz mit einem zweiwöchigen Karibikurlaub (Wandern auf Saint Martin und Saba, Segeln in den British Virgin Islands) und einem Städtetrip nach Amsterdam ging es Ende April endlich mal wieder in die Berge. Da sich der Winter dieses Jahr recht hartnäckig zeigte und selbst bis ins Tal noch Schnee gefallen war, hatten wir uns mit dem Geierstein einen kleinen aber sehr feinen Voralpengipfel ausgesucht. Vom Parkplatz in Lenggries zog der Weg durch lichten Bergwald nett am Ostgrat hoch, ohne zuviel Wegstrecke zu verschenken.

 
Auf ca 1250m ragt ein genialer Aussichtsfelsen aus den Bäumen heraus und bietet ein besseres Panorama als der Gipfel selbst. Insbesondere das obere Isartal mit den Karwendelbergen im Hintergrund haben wir so schön noch nie gesehen.


Vom Gipfel folgen wir dem Grat weiter nach Osten, um dann nordseitig zurück nach Lenggries abzusteigen. Wie erwartet hat es auf dieser Seite viel mehr Schnee, der sich dank fehlender Gamaschen grosszügig in die Schuhe stopft.


Die Füsse schwimmen bald im Schneematschbad und die Schuhe quaken bei jeden Schritt. Doch dank Schnee ist der Abstieg zügig und knieschonend. Und brennende Fusssohlen sind natürlich auch kein Thema. Im Tal grüsst der Frühling mit viel Sonne und blühenden Bergwiesen, ganz weit entfernt sind unsere eisigen Höhen noch zu erahnen.


Am Auto zurück sind wir schon um 16 Uhr, früh genug, um mit offenem Dach heim nach München zu rauschen.


Ein Wochenende später gönnen wir uns eine Nacht im wunderbaren Hotel Klosterhof bei Bad Reichenhall. Doch vor Wellness und 6 Gänge Menu steht die Hörndlwand, ein genialer Aussichtsgipfel in den Chiemgauer Alpen.

Hörndlwand Blick am Weg zur Brander Alm
Auch hier hat es viel Schnee und so sammelt sich das Schmelzwasser schon beim Aufstieg in den Schuhen. Steil geht es hoch im Südost-Kar, zum Glück sind die meisten Lawinen schon unten.


Am Gipfel sind wir völlig allein mit einer grossartigen Rundumsicht vom Watzmann bis zum Wilden Kaiser.


Nach einem guten Gipfelvesper mit Tiroler Speck und Käs geht es flott durch den Schneesumpf bergab bis zur Schneegrenze bei 1300m. Anschliessend im idealen Gefälle durch schönen Bergwald quakend zurück zum Auto am Seehaus (bei Ruhpolding).


Eine schöne Wanderung war das - vielleicht etwas zu kaltfüssig, und so hatten wir die heisse Badewanne im Klosterhof mehr als verdient 😊



→ alle Frühlingsbilder

Montag, 13. März 2017

Kneippgang auf die Gaichtspitze

Der Frühling kommt langsam nach München. Vor dem Haus blühen Krokusse und Märzenbecher, und die Sonne lockt zum offenen Cabriofahren.



Doch heute steht endlich mal wieder ein richtiger Gipfel auf dem Programm, der südlichste der Tannheimer Berge, und einer mit ganz grossartiger Aussicht: die 1986m hohe Gaichtspitze. Es hatte letzte Woche viel geschneit, fast 50cm, aber dennoch könnte an einem sonnigen Südhang eine Wanderung möglich sein. So fahren wir am Sonntagmorgen bei allerbestem Wetter die zwei Stunden von München nach Gaicht bei Weissenbach im Lechtal, immer brav knapp über dem Tempolimit, nach dem überflüssigem Flensburgpunkt vom letzten Jahr. Zunächst geht es tatsächlich fast schneefrei von der Strasse weg steil hoch zum Berg, aber ab ca. 1400m beginnt die geschlossene Schneedecke. Diese ist ab und an erstaunlich hüfttief und so wird das Wandern eher zum Schneewühlen, und die Schuhe füllen sich schnell mit Schneeschmelzwasser.


Kurz vor dem Gipfel müssen wir noch einen stark schneebrettgefährdeten, knapp 30° steilen Hang queren, doch alles geht gut und so stehen wir um 13:30 auf dem Panoramagipfel der Gaichtspitze.



Nach einem ausführlichen Vesper unter der gleissenden Frühjahrssonne, aber mit zunehmend aufgeweichten und fast eingeforenen Füssen machen wir uns wieder auf den Rücksturz ins Tal. Durch den weichen Schnee können wir recht flott den Hang runterrennen, und sind so schon gegen 16:00 wieder am Auto.


Die "Allgäuer Ecke" erweist sich mal wieder als autofahrerfreundlich und so sind wir zwei Stunden später zuhause, ohne Socken und Stau, und anfangs auch ohne Dach unter der Sonne. Ein schöner Tag auch ohne Ski, der eine gute Portion Kondition mit wunderbarster Aussicht belohnt hat.

(die Photos der Winters 16/17 gibt's wie immer hier bei Google Photos)


Sonntag, 12. Februar 2017

Frühlingsskitour auf den Tegelberg

Nach dem letzten sehr gemütlichen Wochenende in Aulendorf  war es heute höchste Zeit für eine sonnige Skitour. Spätaufsteherkompatibel führte uns die staufreie Strasse wieder Richtung Füssen nach Schwangau zur Talstation der Tegelbergbahn (Parkplatz €4). Bei wenig Schnee starten wir zunächst entlang der Piste bis eine kleine Forststrasse nach links abzweigt und nach etlichen Serpentienen einen schönen Blick auf Neuschwanstein bietet.


Weiter oben geht der Wanderweg durch den Bergwald und dort müssen wir kurz die Ski abschnallen und 50m tragen. Ansonsten geht es gerade noch so über die oft nur millimeter dicke Schnee- und Eisschicht, immer steil hoch zur Rohrkopfhütte. Dort trifft die Skiroute kurz auf die Skipiste bevor es etwas links davon in weiteren Serpentinen entspannt weiter nach oben geht. Von hier haben wir schöne Blicke hinunter ins Lechtal.


Beim Grüble treffen wir wieder auf die Skipiste der wir dann ziemlich anstrengend steil bis zum Tegelberghaus folgen. Nach Weissbier und Currywurst geniessen wir noch kurz das Panorama bevor es über die teilweise recht vereiste Piste flott ins Tal geht.

Gross und mächtig, - der Säuling.
Kurz nach 14:00 sind wir wieder am Parkplatz, und keine anderthalb Stunden später sitzen wir gemütlich daheim bei Kaffee und Dark Chocolate Brownies 😊 Ein schöner Tag.

PS: alle Bilder der Tour sind hier bei Google Photos.



Montag, 30. Januar 2017

Beim Teufel und fast beim Engel - auf Skitour in den Ammergauern und Lechtalern


Lange hat der Winter auf sich warten lassen, aber nun liegt knapp ausreichend stabiler Schnee für ein Skitourenwochenende in den bayerischen und Tiroler Alpen. Das BMW Hotel Ammerwald bietet sich mit einigermassen fairen Preisen in den Ammergauern als Stüzpunkt an, und auch die Anfahrt von München via Kochel verspricht stau- und stressfrei zu werden.

So fahren wir gemütlich am Samstag um 9 Uhr morgens los Richtung Süden nach Unterammergau zur Tour auf den Teufelstättkopf. Wir parken am Ausgangspunkt der Pürschling Rodelstrecke (3€/Tag), und folgen der Forststrasse bis zur Abzweigung Richtung Kühalm auf ca 1150m. Durch lichten Wald verläuft die Spur in angenehmer Steigung zur Alm wo wir eine kurze Müsliriegelrast einlegen.



Von dort wendet sich der Weg nach Süden und folgt dem zunehmend schärfer werdenden Grat Richtung Teufelstättkopf. Während im Wald unzählige Spitzkehren die Technik fordern, so sind es weiter oben die Latschen die das Vorankommen mühsam machen.


Es hat dieses Jahr noch nicht sehr viel Schnee, deshalb müssen wir schon vor dem Skidepot abfellen und die Ski tragen. Der letzte Aufschwung zum Gipfel ist seilversichert und gut ausgetreten und somit völlig unproblematisch.


Von dort oben geniessen wir das tolle Panorama bei fast schon frühlingshaften Föhntemperaturen. Im Osten reicht der Blick über das Rofan bis zum Karwendel.


Nach einer steilen, schattigen und unspektakulären Abfahrt in den Kurztalgraben sind wir bald wieder um Auto, und in weniger als einer dreiviertel Stunde im gemütlichen Hotelzimmer unter der warmen Dusche. Das Abendessen (Wilderer-Topf!) ist mehr als ausreichend und kompensiert locker alle verbrannten Kalorien der Tour.

Der zweite Tag beginnt zunächst gemütlich, bevor uns die Hotelrichtlinien den checkout bis 10 Uhr nahelegen. Ufff. Knapp schaffen wir das Limit nach einem gar nicht zu ausführlichen Frühstück, und fahren weiter nach Namlos in den Lechtaler Alpen. Dort verspricht die einfache Tour auf die Engelspitze bestes Skigelände. Den Start vermasseln wir allerdings ordentlich, da ich das Auto bei der Parplatzsuche im tiefen Schnee versenke und wir fast 45 Minuten zum Freischaufeln benötigen. Fazit: kaufe keinen Allrad ohne Differnzialsperre und viel Bodenfreiheit.


Vom Parkplatz verläuft der Weg über tiefgefrostete Wiesen mit riesigen Schneekristallen zum Engelbach.


Anschliessend beginnt der unangenehmste Teil der Tour: der Anstieg durch einen steilen Bergwald. Selbst mittags ist es noch hart gefroren und uns begegnen andere Skitourengeher, die hier lieber entnervt runterlaufen als fahren. Weiter oben öffnet sich der Wald, auch wird der Grat etwas flacher. Nur etliche windgepresste Stellen bieten wenig Halt für Fell und Kanten, sodass der Aufstieg stellenweise etwas verkrampft ist.


Mit all dem Spätaufstehen, Frühstücken, und Auto ausgraben ist es schon reichlich spät als wir endlich um 3 am Skidepot ankommen. Der Bergführer der gerade vom Gipfel runterkommt redet mehr als sarkastisch von einer Traumabfahrt, sodass wir uns die Engelspitze schenken, und lieber die verbleibenden Stunden bis Sonnenuntergang ins "Skifahren" investieren.

Engelspitze: so nah und für uns heute leider unerreichbar.
Die Abfahrt ist dank des inzwischen etwas aufgefirnten Schnees nicht ganz so übel wie befürchtet, aber dennoch erreichen wir erst zwei Stunden später den Parkplatz. Auf den letzten Metern hatte es dann an besonders schattigen Stellen noch ganz herrlichen  Pulver zum schön locker Schwingen 😊

Wie so oft war die Heimfahrt via Füssen, Schongau und Landsberg staufrei und zügig, und zuhause haben wunderbare Penne al Arrabiata für den doch letzendlich recht hungrigen und manchmal nervenüberstrapazierenden Tag etwas versöhnt.


(alle Fotos gibt es wie immer ab hier)



Samstag, 7. Januar 2017

Winterwanderung auf's frostige Rauheck

Um den Staus auf der Autobahn und an den Skiliften zu entgehen brechen wir zu einer Winterwanderung von Ohlstadt auf's Rauheck auf. In den letzten Tagen hat es gut 30cm geschneit, und es ist mit unter -10° Tageshöchsttemperatur fast schon arktisch (man könnte auch sagen: winterlich) kalt. So ist der Schnee locker und ermöglicht auch ohne Tourenski oder Schneeschuhe ein nicht allzu ermüdendes Vorankommen. Zunächst geht's recht schattig den Bergwald hoch zur Wankhütte.


Dort folgen wir weiter der Schneeschuhspur steil hoch nach Norden, um dann am endlos langen Grat des Rauhecks nach Osten abzubiegen. Es ist bitter kalt und so müssen wir ab und zu die Finger- zu Fausthandschuhen umfunktionieren damit die Fingerspitzen wieder warm werden. Kurz vor dem Gipfel kommt dann endlich die Sonne hinter den Wolken hervor und spendet ein wenig Wärme.


Die Gipfelrast mit dem schönen Panorama vom Staffelsee bis zum Kochelsee ist kurz: ein kleiner Müsliriegel und heissen Minztee dazu, dann ein Blick ins Gipfelbuch, und ein paar schnelle Fotos. Es ist einfach zu kalt zum Hinsetzen und Geniessen.


Doch vor dem Abstieg kommt ein weiterer Aufstieg Richtung Heimgarten da der direkte Weg ins Tal nicht gespurt und auch nicht einfach zu finden ist. So geht's nochmal eine gute Weile am Grat entlang runter und wieder hoch, bis Am Feichtl eine gute ausgetreten Spur steil bergab zur Bärenfleckhütte führt. Zum Glück scheint noch eine Weile die Sonne und der Bergwald zeigt sich in voller Schneepracht.


Bald verschwindet die Sonne und die Kaltwasserlaine macht ihrem Namen alle Ehre. Wenigstens werden beim schnellen Abstieg durch den weichen Schnee die Zehen wieder warm. Doch die Wanderung zieht sich, zwar offiziell nur 950 Höhenmeter, aber das Schneestapfen hat doch etwas an der Kondition gezehrt. So geht nach sechs Stunden Wandern schon die Sonne unter als wir Ohlstadt erreichen.


In einer Stunde sind wir über die freie A95 flott zuhause, und eine halbe Stunde später kompensiert ein Berg Spaghetti mit frischer Tomatensauce und Parmesan die Entbehrungen des Tages 😊

(mehr Bilder gibt's ab hier auf Google Photos)

Montag, 2. Januar 2017

Neujahrsspaziergang, ohne Pudel und Mütze

Nach einem entspannten Silvesterabend im Stuttgarter Opernhaus mit dem Ballett über den heldenhaften Ritter Don Quijote de la Mancha ging's am Neujahrstag bei angenehmen Frühlingstemperaturen auf einen eher unaufgeregten Spaziergang ins nahegelegene Heckengäu.


Gestartet sind wir zu der zweistündigen Runde am Bahnhof in Althengstett. Von dort geht es auf kinderwagenkompatiblen Wegen den Hügel hoch ins Naturschutzgebiet Würm-Heckengäu. Von dort nach Südwesten zur Vorderen Hütte.


Den südlichsten Punkt der Wanderung erreichen wir im Gaibengrund, wo man die Kälte der klaren Winternacht noch deutlich fühlen kann.


Ich wünsche Euch ein gutes 2017 mit viel Lust auf neue Entdeckungen, ob in den heimischen Bergen oder in der weiten Welt, aber immer mit Neugierde und einem offenen Herzen.

(mehr Bilder gibt es auf Google Photos)